May 17, 2021

Die Immobilienpreise steigen weiter

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Die Immobilienpreise steigen weiter



Laut aktueller Prognose einer deutschen Bank werden die Immobilienpreise noch bis ins Jahr 2030 weiter steigen. Selbst nach Abzug der erwarteten Inflationsrate werden Wohnungen bis zum Jahr 2030 in den meisten Regionen deutlich mehr kosten. Betroffen sind vor allem Großstädte und Metropolregionen. Insbesondere in München wird, mit einer inflationsbereinigten Steigerung von knapp zwei Prozent, ein besonders hoher Anstieg erwarten. Die Wertverluste in strukturschwachen Regionen werden sich weiter fortsetzen. Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der Entwicklung der Immobilienpreise sind die möglicherweise steigenden Zinsen. Das Forschungsinstitut Empirica sieht in diesem Fall eine reale Gefahr für eine Immobilienblase. Natürlich darf auch hier nicht pauschalisiert werden. Da die Deutschen generell eher sicherheitsorientiert finanzieren, ist nicht davon auszugehen, dass es eine deutschlandweite Immobilienblase gibt. Eine solche Blasenbildung wäre vermutlich nur in den strukturstarken Metropolregionen und Großstädten zu erwarten.

In der Prognose spielt auch die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands eine große Rolle. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatte die Wachstumsprognose für das Jahr 2021 im Januar auf 3,5 % nach oben korrigiert und erwartet spätestens im Jahr 2022 die Rückkehr zu alter Stärke. Laut Altmaier sei aufgrund des weiterhin niedrigen Zinsumfeldes und der hohen Nachfrage nach Wohnraum mit einer Fortsetzung des Baubooms zu rechnen. Die Verantwortlichen der Bauindustrie sehen das laut Ifo-Geschäftsklimaindex jedoch anders. Viele Unternehmen beklagen Materialknappheit. Trotzdem ist der Geschäftsklimaindex im Vergleich zum März leicht angestiegen. Damit setzt sich der positive Trend seit Jahresbeginn fort. Möglicherweise ist dieser Anstieg der Beginn einer konjunkturellen Trendwende. Die weltweite wirtschaftliche Erholung birgt jedoch auch die Gefahr einer Erhöhung der Zinsen. Ein Anstieg der Zinsen am Anleihemarkt ist zu erwarten. Mit dem Anstieg der Rendite dort steigt auch die Wahrscheinlichkeit für ein Ansteigen der Verbraucherzinsen. Die europäische Zentralbank beruhigt jedoch: Sie hat jüngst mitgeteilt, dass sie das Pandemie Kaufprogramm (PEPP) fortsetzen will und damit selbst bei einem Anstieg der Anleiherenditen für günstige Zinsbedingungen sorgen möchte. Aufgrund der aggressiven Zinspolitik der europäischen Zentralbank ist generell nicht mit einem schnellen Anstieg der Zinsen in naher Zukunft zu rechnen, auch wenn der niedrigste Punkt möglicherweise bereits erreicht ist.

Nach der Zustimmung aller EU-Staaten zum EU Wiederaufbaufonds ist nun beschlossen, dass die EU 750 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen wird, um die europäische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. 26 der 750 Milliarden Dollar gehen in Form von Zuschüssen und Darlehen nach Deutschland und knapp die Hälfte des Geldes soll in die nachhaltigen Bereiche E-Mobilität, Wasserstoff und energetische Gebäudesanierung fließen. Trotz der Pandemie wurde laut Zeit online das CO2 Ziel für den Bereich Gebäude im Jahr 2020 um zwei Millionen Tonnen verfehlt. Im Klimaabkommen hat Deutschland festgelegt, den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis zum Jahr 2030 um 55 % zu reduzieren. Als Grundlage dient dabei das Jahr 1990. Bis 2050 soll der Gebäudebestand klimaneutral sein. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude hat schon alle Hebel in Bewegung gesetzt und bereits im Januar Zuschüsse für die Einzelvergaben bewilligt. Ab Juli sollen auch Kredite für die Bauförderung energieeffizienter Gebäude bewilligt werden. Programmpartner ist dabei die KfW mit dem Förderprogramm Energieeffizient Bauen und Sanieren (EBS). Aber auch die Bundesländer leisten einen Beitrag zu den Klimaschutz Ideen. Nordrhein-Westfalen hat jüngst ein Gründachkataster vorgestellt. Eigentümer, Architekten und Planer sollen damit abschätzen, ob Dächer für die Begrünung geeignet sind und mit welchen Kosten zu rechnen ist. Um den Klimawandel zu vermindern, bedarf es kreativer Ideen wie diesen. Wir dürfen gespannt sein, welche Maßnahmen sich die Institutionen in den nächsten Jahren zum Thema Klimaschutz einfallen lassen werden.

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