May 17, 2021

Inflation ist keine neumodische Erscheinung

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Inflation ist keine neumodische Erscheinung

Inflation ist keine neumodische Erscheinung, sondern gab es auch schon vor Hunderten von Jahren. In letzter Zeit stieg sie wieder stark an. Viele haben Angst davor, dass ihr Erspartes plötzlich an Wert verliert und für eine Schubkarre voller Geld nicht mal ein Brot erworben werden kann. Diese Bedenken sind derzeit jedoch unbegründet. Die tatsächlichen Verbraucherpreise sind im Februar um rund 1,3 % angestiegen, im Gegensatz zum Vorjahr um dieselbe Zeit. Der sogenannte harmonisierte Verbraucherpreis-Index stieg sogar. Dieser wies ein Plus von rund 1,6 % im Gegensatz zum Februar des Vorjahres auf. Dieser Index modifiziert jedes Jahr die Methode zur Berechnung. Schwankungen, welche aufgrund der Coronapandemie nicht unüblich sind, lassen sich somit erkennen und ableiten. Es ist nicht abseh- und bewertbar, wie sich zukünftig die Inflation auswirkt sowie entwickelt. Es wird befürchtet, dass mit der sogenannten Teuerungsrate nun die Preise um mindestens fünf Prozent ansteigen werden.  Je mehr Geld in das System eingebracht wird, umso höher ist die Inflations- und Teuerungsrate.

Die EZB sieht das anders. Ihrer Meinung nach wird eher eine zu niedrige Inflation erwartet, weil weniger Geld ins eigentliche System sowie die Wirtschaft eingebracht wird. Unternehmen, Anleger und Banken leiden alle unter der Coronakrise. Das macht sich auch monetär sowie wirtschaftlich bemerkbar. Die EZB selbst kann die Inflation und auch die Teuerungsrate durch verschiedene Regularien entscheidend beeinflussen. Die Zinsentwicklung ist nicht nur für Kreditinstitute wie Banken wichtig, sondern auch für potenzielle Kreditnehmer, welche eine Immobilie auf diesem Weg finanzieren wollen. Zinsen, welche langfristig gezahlt werden, orientieren sich am jeweiligen Anleihemarkt und dessen Konditionen. Die Leitzinsen spielen in dem Zusammenhang nur eine untergeordnete Rolle. Viele Spekulanten verzeichneten hohe Gewinne sowie Renditen, was sich auf Darlehen und Kredite wie beispielsweise im Privat- oder Hypothekenbereich auswirkt. Viele Anleger erwarten eine steigende Inflation, welche sich auch auf die steigenden Renditen auswirkt. Kaufprogramme für Anleihen werden in dem Zusammenhang von der EZB gegebenenfalls komplett in Anspruch genommen, damit Gewinne sowie Renditen von diversen Staatsanleihen so niedrig wie möglich gehalten werden. Es ist somit zu prüfen, ob der Anstieg von Renditen schädigend auf die gesamte Wirtschaft wirken oder diese zumindest benachteiligt wird.  In der Bundeshauptstadt Berlin gibt es immer wieder die Möglichkeit, Initiativen zu gründen, welche sich für Mieter im Wohnbereich einsetzen. Man könnte auch sagen, dass die Stadt das verkörpert, was Amerika schon lange verkörpert, Freiheit und unbegrenzte Möglichkeiten. Eine der Initiativen setzt sich für einen Mietendeckel ein, wobei noch nicht abschließend geklärt ist, ob dieser als Regulierungsmöglichkeit überhaupt rechtskonform ist. Schließlich greift dieser in die unternehmerischen Freiheiten von Immobilienanbietern teils stark ein. Zudem gibt es eine weitere Bewegung, welche die Deutsche Wohnen & Co. schnellstens enteignen lassen möchte.

Ziel ist es, Firmen sowie Immobilieninhaber, welche mehr als 3000 Wohnungen bewirtschaften, vergesellschaftet und somit stärker reguliert werden. Ob dies gleichzeitig auch bedeutet, dass Mieter dadurch weniger Miete zahlen müssen, wird jedoch nicht erwähnt. Zuerst brauchen die Initiatoren mitsamt Mitwirkende mindestens 175000 gültige Unterschriften, um einen sogenannten Volksentscheid erwirken zu können. Dieser soll parallel zur anstehenden Bundestagswahl stattfinden, um Wähler, welche eh ihre Stimme abgeben, noch mehr für ihre Zwecke zu mobilisieren. Die Erfolgsaussichten sind nicht absehbar. Wie und wo die Unterschriften zustande kommen, ob diese überhaupt anerkannt werden, ist ein weiterer zu beachtender Fakt. Volksentscheide haben keinen bindenden Charakter, sondern sind nur eine Art Empfehlungsstatus. Gesetzgeber können diese zwar beachten, müssen sich bei einer Entscheidungsfindung nicht zwingend nach diesen richten. Dass Volksentscheide jedoch funktionieren können, zeigt die Schweiz. Gegenteiliges bewies ein Volksentscheid im Jahre 2017, wo es um den Fortbestand des Flughafen Tegels ging. Am Ende wurde er dann doch geschlossen. Auf die Wohnungsbaupolitik bezogen können Entscheide sicherlich eine Möglichkeit sein, um den Mietern eine symbolische Stimme zu geben. Ausgeklügelte Konzepte, wo der Wille von Mietern und das Interesse der Immobilienbesitzer sowie Verwalter gleichermaßen berücksichtigt werden, wären jedoch zielführender. Der Spagat zwischen unternehmerischer Freiheit, staatlichen Regularien und letztlich den Mietern ist nicht immer in Einklang zu bringen, sonst würden es keine Initiativen derart geben.

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