Frühjahrsgutachten Immobilienpreise 2022

Die Immobilienweisen präsentierten erneut ihr jährliches Frühjahrsgutachten. Der seit 2003 tagende Rat warnte davor, dass die Preise für Immobilien in ganz Deutschland überbewertet sind. Ähnlich äußerten sich zuvor schon die Deutsche Bundesbank sowie der EU-Risikorat (ESRB). Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Preise für Wohnimmobilien seit 2009 um 146 Prozent anstiegen. Alleine seit 2021 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen bundesweit um durchschnittlich 14,3 Prozent und betrugen zwischenzeitlich 3.140 Euro pro Quadratmeter. Dennoch wollten die Autorinnen und Autoren des Frühjahrsgutachten nicht von einer Immobilienblase sprechen. Es wird sogar berichtet, dass der ESRB strengere Vorschriften zur Vergabe von Krediten angemahnt habe.

Analysen zeigten, dass zwar die Preise für Immobilien angestiegen sind, jedoch auch ein Anstieg des genutzten Eigenkapitals zu verzeichnen ist. Im Jahr 2021 betrug die Höhe des Eigenkapitals, das in den Bau von Immobilien eingebracht wurde, durchschnittlich 132.000 Euro. Der Beleihungsauslauf sank im Gegensatz zum Vorjahr um etwa ein Prozent auf 81 Prozent.

Festgestellt wurde auch ein Zusammenhang zwischen dem Mangel an geeignetem Wohnraum sowie steigenden Preisen für Immobilien und höheren Mieten. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtete, dass nach Ansicht der Immobilienweisen der Bauboom am tatsächlichen Immobilienbedarf vorbeigehe. So sei die Anzahl großer Haushalte, die aus drei oder mehr Personen bestehen, stärker anstiegen. Dieser Anstieg lag mit 6,6 Prozent deutlich höher als der Anstieg kleiner Haushalte mit 3,1 Prozent. Der Bauboom umfasse derzeit vor allem die Errichtung kleiner Geschosswohnungen. Daneben stiege der Wohnungsbedarf in vielen Regionen noch viel deutlicher an, als das Angebot.

Die Immobilienweisen, bestehend aus einer Gutachterin und vier Gutachtern, bemängeln weiterhin, dass das von der Bundesregierung prognostizierte Ziel einer Errichtung von jährlich 400.000 neuen Wohnungen nicht erreicht werden könne. Die Ursache liege in den langen Bauzeiten, weshalb die Prognose nicht nur im Jahr 2022 sondern während der ganzen Legislaturperiode nicht einzuhalten sei.

Ebenso ist ein deutlicher Anstieg der Bauzinsen zu verzeichnen. Die Zinsen für ein Baudarlehen mit zehn Jahren Laufzeit liegen gegenwärtig bei etwa 1,5 Prozent, was einen Anstieg von 0,3 Prozentpunkten in den letzten zwei Wochen bedeutet. Vor einem Jahr lagen die Bauzinsen noch bei 0,75 Prozent. Nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) liegen die Gründe für diesen Anstieg in den von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingeforderten höheren Kapitalrücklagen der Banken. Hinzu kommt die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Beendigung der lockeren Geldpolitik. Laut EZB Direktorin Isabel Schnabel sei im Herbst sogar mit einer Zinserhöhung zu rechnen.

Bekannt wurde auch eine neue KfW-Förderung, nach der 9,5 Milliarden Euro für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bewilligt wurden. Anträge für ein energieeffizientes Sanieren können gestellt werden. Allerdings werden die freigegebenen Fördermittel wahrscheinlich nur für Sanierungen bereitgestellt.

Daneben soll auch eine Neuverteilung der CO2-Heizkosten erfolgen. Eine entsprechende Steuer auf Gas und Heizöl in Höhe von 30 Euro je Tonne CO2 musste bislang von Mieterinnen und Mietern getragen werden. Beabsichtigt sei jedoch, ab Juni 2022 auch Vermieterinnen und Vermieter an dieser Steuer zu beteiligen. Hintergrund sei die Schaffung von Anreizen für die energetische Sanierung von Wohnungen. Es besteht aber offenbar noch Unklarheit über die Fördermaßnahmen.

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